MARKTGEMEINDE PRESSBAUM / Tourismus (alternative Darstellung)

zur grafischen Darstellung

e-GovernmentDownloadsNÖ VolkshilfePressbaum A-ZViren aktuell
Der Amtshelfer HELP.gv.atKlimabündnisNÖ Hilfswerk Reg.MarketingTiscover
StartseiteRathausHomeFirmenOnline Shop

 

Google-Suche


Pressbaum Das Web

Schrift: A A A

WEB-CamsWetter

Banken
Beherbergungsbetriebe
Bilderbogen
Bildung/Erziehung
Chronik
Essen&Trinken
Fremdenverkehr/Info
Heimatmuseum/Info
Kultur
Ortsplan/Anreise
Pfarren/Rel.Gemeinsch.
Strandbad
Veranstaltungen
Wichtige Adressen
 
GÄSTEBETTEN
Appartement
Frühstückspens./Cafe
Gasthof/Pension
Hotel-Restaurant
Hotel-Rest./Motel
Privatzi./Bauernhof
 
 
 
 

 

Linkweg: Tourismus / Chronik
 

>>zur Geschichte

Chronik.pdf

 

C H R O N I K  VON  P R E S S B A U M    

kurz gefasst:

 

1156

Wienerwald-Bannwald
= unantastbares Jagdgebiet der Landesfürsten


1368

9. Jänner
- erstmals kommt der Name "Wiennerwaldt" vor


1500

Es entstand das Waldamt, das mit der Verwaltung des kaiserlichen Wienerwaldes beauftragt wurde
Die Pfarre war Purkersdorf


1529

Auch im Wienerwald erfolgte, durch die Türkenbelagerung in Wien, Brandschatzung


1633

Der Name Pressbaum ist als Flurname zu finden


1674 - 1676

Holzknechte siedeln sich an. Um die Knechte an den Arbeitsplatz zu binden, gestattet das Waldamt die Haltung von Vieh. Es entsteht eine "Hüttenkolonie". Auch die 1.Grenzbegehung des landesfürstlichen Wienerwaldes, findet unter der Verwendung von 448 Grenzsteinen (Leopondssteinen) statt.


1700

bereits 6 Duckhütten in der Bachgabel der Dürren und der Großen Wien, nannten sich "beym Preßpaumb";


1730

Grundsteinlegung der 1.Kirche
Auch ein Schulhaus und ein Seelsorgerhaus wird begonnen;


1783

Pressbaum wird zur Pfarre erhoben


1800

14 Ganzhütten - 3 Halbhütten - 5 Viertelhütten - 16 Kleinhäusl - 26 Duckhütten, 2 Forsthäuser - eine Hammerschmiede - ein Pfarrhof - 1 Kirche - 1 Schule


1805 - 1809

Durchzug der napoleonischen Armee, Schullehrer Josef Peschka wird auf der Flucht getötet


1833

Bereits 70 Familien (150 männl. und 146 weibl.Personen)Viehbestand:
25 Pferde - 15 Zugochsen - 110 Kühe - 6 Schafe - 5 Ziegen und 30 Schweine;


1850

An Stelle des Waldamtes trat die BH Hietzing, das NÖ. Waldamt wurde in die Forstdirektion NÖ. umgeformt -damals schon 1922 Einwohner, 358 Häuser;
Katalstralgemeinden: Au/Kracking - Eichgraben - Pfalzau - Pressbaum und Rekawinkel;


1856

Beginn der Erdbauarbeiten zur Errichtung der Westbahn -Kaiserin Elisabeth Westbahn- in Rekawinkel begonnen. Die Bahnhöfe Tullnerbach-Pressbaum und Rekawinkel wurden in den Jahren 1856 - 1858 errichtet.


1858

Der fahrplanmäßige Verkehr Wien - Linz wird aufgenommen, den Namen "Pressbaum" trug eine Lokomotive von 1858 - 1877.


1860

Das Postamt wurde im heutigen Bahnhof Tullnerbach-Pressbaum eröffnet;


1872

Josef Schöffel kämpfte um den Wienerwald - das Ackerbauministerium übernahm die Verwaltung des Wienerwaldes am 1.5.1972 - der Wienerwald war gerettet.


1874

Gründung der FF Pressbaum


1875

Gendarmerieposten Pressbaum wurde errichtet


1877

Errichtung des Schwimmbades


1878

Einführung der Hundesteuer

Dr.Klapproth erhielt den Pauschalbetrag von 50 Gulden für 1 Jahr Behandlung der Armen von Pressbaum;

 


1879

Die Verlegung des Friedhofes erfolgt an seinen heutigen Platz, seine Vergrößerung 1893;

 


1881

Johannes Brahms verbrachte den Sommer in Pressbaum (Brentenmais). Hier vollendete er die Nänie Op82 und sein 2. Klavierkonzert Op85;
Die Haltestelle Pfalzau-Pressbaum wird eröffnet, 1913 auf Pressbaum umbenannt und 1955 erneuert (Seehöhe: 327,88 m);

 


1882

23. April - Kaiserin Elisabeth besucht die Wienflußquelle - das Kaiserbründl;

 


1884

Eröffnung des Volksschulgebäudes

 


1885

Errichtung einer Straßenbeleuchtung

Schwerer Schneesturm in der Nacht von 15. auf 16. Mai     große Schneebruchschäden;

26.7. - Das Denkmal Kaiser Josef II wird feierlich enthüllt

 


1889

Der Hauptplatz in Pressbaum wurde "Kaiser-Josef-Platz" genannt

 


1891

Spatenstich zum Bau des Kloster´s Sacre Coeur

 


1895

Bau des Wienerwaldstausees, 1 km Länge, 1,75 km Breite, Fassungsvermögen: 1,500.000,- m3.

 


1896

12 Teilnehmer bei Telefonanschlüssen

 


1900

Umstellung der Währung von Gulden auf Kronen

 


1904 - 1911

Bauarbeiten zur Errichtung der II. Wiener Hochquellenwasserleitung

 


1906

Grundsteinlegung für die heutige Kirche
Kaiser Franz Josef war anwesend

 


1908

Einweihung der Dreifaltigkeitskirche
Bau der Orgel durch Franz Capak aus Krems,
Sie wurde 1925 umgebaut;

 


1913

Durch Tafeln wurde bekanntgegeben:
"Automobile haben in der Ortschaft mit einer Höchstgeschwindigkeit von 6 km pro Stunde zu fahren".


1914 - 1918

Erster Weltkrieg


1916 - 1917

Ablieferung der Kupferblecheindeckung des Kirchturmes und der Kirchen, sowie der Schulglocke für die Rüstungsindustrie


1920

Aus Mangel an Kleingeld gab Pressbaum am 25.5. unter Bgm. Dr.Franz Niedermayr Notgeld im Wert von 100.000 Kronen aus; die Werte waren 20, 40, 50 und 80 Heller

Gründung der Hauptschule


1921

Baubeginn der Siedlung auf dem Karriegel durch die Gemeinnütz. Siedlungsgenossenschaft des Reichsverbandes für Siedlungen der öffentl. Angestellten und Pensionisten r.G.m.b.H.


1925

Währungsreform: Umstellung von Kronen auf Schilling (10.000 Kronen = 1 Schilling).


Pflasterung der Hauptstraße


1929

Benennung der Straßen und Aufstellung von Straßentafeln


1931

2tägiges Bundesheermanöver, die Bauern leisteten Vorspanndienste


1938

Einmarsch deutscher Truppen in Österreich
Umstellung von Schilling auf Reichsmark (S 1,50 = 1 RM)


1945

Einrücken von russischen Truppen aus Richtung Tullnerbach und Laab in Pressbaum


1950

Weihe der neuen Kirchenglocken am 4.6.


1951

4402 Einwohner in 897 Häusern


1952

Der elektrische Betrieb der Westbahn wurde aufgenommen


1956

Pressbaum wird aus dem politischen Bezirk St.Pölten ausgeschieden und dem Pol.Bezirk Wien-Umgebung zugeteilt, die Außenstelle beginnt am 2.1. ihren Betrieb


1962

Grundsteinlegung für das Rathaus


1967

Das neue Gerätehaus der FF Pressbaum wird seiner Bestimmung übergeben


1975

unter der Last eines 40 Tonnen-LKW-Zuges stürzt die Brücke in der unteren Fünkhgasse ein (April)
Im Herbst konnte die neue Brücke für den Verkehr freigegeben werden


1980

Die Renovierung des Kaiser-Josef-II-Denkmals erfolgte durch den Pressbaumer Künstler Sattler


1985

Bundespräs.Dr.Rudolf Kirchschläger besuchte am 21.10. das Wienerwaldheim.


1988

700 Gebäude sind an das öffentl.Kanalnetz angeschlossen(Beginn 1981);
15jähr.Pfarrjubiläum von Pfarrer Klaus Eibl
Wiederöffnung des Heimatmuseums


1989

25 Jahre Markterhebung Pressbaum
Feierstunde am 22.10.


1990

In Pressbaum Gemeinderatswahlen
 

Dipl.Ing.Dr.Otto Hartmann 13 Jahre Bürgermeister
 

Budget rund 74 Millionen Schilling

Anschaffung einer neuen Orgel für die Pfarre


1991

Ankauf und Installation der EDV-Anlage im Rathaus für alle Verwaltungsbereiche
 

Gesamtbudget 81,5 Millionen Schilling
 

Volkszählung (alle 10 Jahre):
5.421 gezählte Personen (4.899 - 1981)
2.500 Haushalte


1992

Feierstunde in Anwesenheit der Witwe des Dichters und Schriftstellers Georg SAIKO, dessen 100. Geburtstag und 30. Todestag sich 1992 jährte. Georg Saiko lebte die letzten Jahre seines Lebens in Rekawinkel.
 

Anschluß an Müllverband Tulln, nachdem sich ein eigener Abfallwirtschaftsverband "Wiental" als nicht zielführend herausgestellt hat.
 

Unterbringung von bosnischen Flüchtlingen in unserer Gemeinde (Pfarrhaus, Jugendzentrum, bei Familien)


1993

Beginn der Gasversorgung in Pressbaum und Fortführung an der Hauptstraße bis zur Feuerwehr, im nächsten Jahr dann bis zum Wienerwaldheim.
 

Herr Mag.Karl Plohovich kommt als neuer Pfarrer in die Marktgemeinde Pressbaum. Dechant Eibl hat - nachdem er noch sein silbernes Priesterjubiläum bei uns gefeiert hat (20.6.) eine Pfarre in Wien-Währing übernommen


1993 - 1995

Umbau der Volkschule, der Hauptschule (Klassenzubau und Errichtung eines neuen Turnsaales) sowie Umbau des Rathauses.


1994

120 Jahre "Freiwillige Feuerwehr Pressbaum"


1995

Bei der FF Pressbaum wird eine "Frauenabteilung" gegründet und zwei Damen haben als erste in Österreich den Gruppenkommandanten-Lehrgang erfolgreich absolviert.


1996

Einweihung der drei Kommunalbauten Volkschule, Hauptschule und Rathaus nach den Umbauarbeiten (23.9.)


2000

Feier anläßlich 150 Jahre Gemeinde Pressbaum im Pfarrsaal
 

Einweihung des neuen Kinderspielplatzes hinter dem Rathaus

25 Jahre Josef-Nemecek-Hauptschule (23.6.)

Neugestaltung des an der nördlichen Friedhofsmauer gelegenen Grabsteines, der an die in Pressbaum gefallenen und verstorbenen Soldaten der Wehrmacht erinnert zu einem Heldendenkmals durch den Österreichischen Kameradschaftsbund

25 Jahre Wienerwaldheim Ausstellung im Foyer des Rathauses

40 Jahre ASV Pressbaum (ehemals „Federballverein“ 14.10.)


2001

Gründungsversammlung des Vereines „Regionalmarketing Pressbaum 2000 plus“
 

Eröffnung und Segnung des neuen Hilfswerk-Zentrum Wiental (5.5.)
 

Ab nun wird das Pfarrhaus mit „Pellets“ beheizt (Sept)

Eröffnung der Mondo- und der BIPA-Filiale an der Hauptstraße – Nähe Autobahnab/auffahrt (13.12.)


2002

Festveranstaltung „1000 Jahre Wienerwald“
 

30 Jahre Seniorenbund Pressbaum-Tullnerbach
 

20 Jahre „Hilfswerk Wiental“ (8.6.)
 

Renovierung des Kriegerdenkmals am Hauptplatz, das an die Gefallenen beider Weltkriege erinnert durch den Österreichischen Kameradschaftsbund (Sept.)
 

70 Jahre Evangelische Pfarrgemeinde AB Purkersdorf (20.9.)
 

Ankauf von 4 Sirenen zur flächendeckenden Alarmierung für den Zivilschutz
 

50 Jahre Pfarrgemeinde Rekawinkel
Segnung des vom Verschönerungs- und Fremdenverkehrsvereines Pressbaum erneuerten Vinzenzi-Marterls durch Kardinal Dr.Christoph Schönborn (6.10.)


2003

Jubiläum „50 Jahre Singgemeinschaft Pressbaum (27.4.)

Der Pressbaumer Franz Stocher ist Radweltmeister im Bahn fahren
 

Abbruch des über 230 Jahre alten Forsthauses und des daneben gelegenen Wirtschaftsgebäudes i.d. Klostergasse (August)
 

Einführung des neuen Pfarrers Mag.G.Swierzek in sein Amt für Pressbaum und Rekawinkel (1.9.)
 

Rollstuhlgerechte Erweiterung des an der Ostseite des Friedhofs gelegenen Eingangs – Ausbau der Wasserentnahmestellen von 2 auf 5 (Oktober)
 

Eröffnung der Hofer-Filiale an Stelle des alten Forsthauses i.d. Klostergasse (11.12.)
 

Übernahme der Aral-Tankstelle durch BP


2004

 Ankauf und Aufstellung eines Defibrilators im FF Haus in Pressbaum

Einweihung des neuen Gebäudes der FF Rekawinkel (24.4.)

Neubau der Brücke in der Taborskystraße (Mai – August)

Von 7,20 bis 13,23 Uhr durchwanderte die Venus die Sonne - zuletzt geschah dies vor 121 Jahren – (8.6.)

Altbürgermeister DI Dr.Otto Hartmann verstirbt nach längerer, schwerer Krankheit (5.7.)

30 Jahre Zweigverein „Tennis“ im ASV Pressbaum (28.7.)   

Diakon und Pastorialassistent Alfred Petras verlässt nach 10 Jahren die Pfarren Pressbaum/Rekawinkel (1.9.)

Festveranstaltungen anlässlich „40 Jahre Marktgemeinde Pressbaum“ (25.-27.9.)

zum Seitenanfang


 

Geschichte

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Niederösterreichs, sowie die des Wienerwaldes im speziellen.

Das Gebiet dürfte nach Fundstücken zu schließen möglicherweise schon in der Jungsteinzeit besiedelt gewesen sein (Beilfund). Im Altertum gehörte das Gebiet des heutigen Pressbaum zum keltischen Königreich Noricum, nach dessen Eingliederung ins Römische Reich zur Provinz Illyricum und später zur Provinz Pannonia. Mehrere Fundzeugnisse so ein in Au am Kraking gelegenes Grab. Das sogenannte "Römergrab" weisen auf Zivilisationsspuren aus jener Zeit hin, in der dieser Teil des Wienerwaldes sowohl Rückzugsgebiet für die ursprünglich kelto-ilyrische Bevölkerung, als auch Neusiedlungsgebiet für altgediente römische Soldaten ("Romanes") war. Ein weiteres Grab in diesem Kontext wurde im Zuge des Straßenbaus der Strasse von Rekawinkel nach Kogl gefunden, jedoch durch den Strassenbau zerstört. Ob das heutige Gemeindegebiet in der Zeit der Römer von Verkehrslinien, wie Wege oder Strassen berührt wurde, ist nicht klar. Jedenfalls lag die Grenze zwischen den Provinzen Noricum und Pannonien am Hauptkamm des Wienerwaldes (Cetius Mons), der durch das heutige Gemeindegebiet führt.

Zur Zeit der Völkerwanderung war der Wienerwald und damit auch das Gemeindegebiet des heutigen Pressbaum nach Westen hin Grenze sowohl des Reiches der Awaren als auch der Ungarn. Auf diese Zeit weist noch die Flurbezeichnung "Am Hagen", anspielend auf eine Verschanzung, hin.

Bis 1572 ist die weitere Geschichte der Gegend im Unklaren, war der Wienerwald doch Herrschaftlicher Bannwald und damit nicht der Öffentlichkeit zugänglich, was wahrscheinlich auf Grund des Urwaldcharakters auch nicht so leicht möglich war. Kaiser Maximilian II. ordnete 1572 erstmalig eine dokumentarische Aufnahme des Gebietes in Form eines Waldbuches an, zuständig war das Kaiserliche Waldamt im Schloss Purkersdorf. In diesem Buch werden auch erstmals auch heute noch bekannte Flurbezeichnungen des Gemeindegebietes genannt. Aus den beiden Ämtern "Anzbacher Amt" und "Koglinger Amt" des insgesamt 12 Ämter umfassenden Wienerwaldes entwickelte sich im Laufe der Zeit das Gemeindegebiet von Pressbaum.

Es heißt, dass nach der ersten Wiener Türkenbelagerung aus Wien geflüchtete Bewohner die ersten waren, die im heutigen Pressbaum ansässig wurden, jedenfalls stammen aus der Zeit danach die ersten datierten Bauwerksteile (Durchzugsbalken von 1609) und die erstmalige Flurbezeichnung "Pressbaum" findet sich im Jahre 1633. Die Bevölkerung setzte sich vor allem aus Wald- und Forstarbeitern zusammen, die aus den westlichen Bundesländern Salzburg, Oberösterreich und dem südlichen Bundesland Steiermark, sowie aus Bayern und Schwaben hierher angesiedelt wurden. 1675 wurde Paul Tanner oder Thonner Förster des Anzbacher Amtes und ersuchte aus diesem Grund, sich im seinem Arbeitsgebiet ansässig machen zu dürfen. Mit der Erhaltenen Genehmigung errichtete er das erste Haus das "beim Pressbaum" gelegen war, das heutige Gasthaus Lindenhof, welches damit wahrscheinlich das älteste Haus der heutigen Gemeinde ist. Daher rührt auch die bis ins 19. Jh. geläufige Bezeichnung "Tonnerin" oder "Tannerin" für Pressbaum 1681 übernahm Christian Pezzelberger das Forstamt, und er war es, der das Ersatzheer der Allianz bestehend aus Truppen aus Österreich, Polen, Bayern und Baden, das sich gegen die Wien belagernde Armee der Osmanen in Tulln sammelte, und über den Hauptkamm des Wienerwaldes auf dem Kahlenberg, dem heutigen Leopoldsberg zur Schlachtaufstellung führte.

Im Zuge der kriegerischen Handlungen der zweiten Türkenbelagerung Wiens, vor allem durch umherstreifende Tataren, die Pressbaum von Südwesten aus Hochstrass kommend erreichten, mehr aber noch durch die einige Jahre zuvor wütende Pest, wurde die Bevölkerung Pressbaums schwer in Mitleidenschaft gezogen. So wurden neuerlich Holzarbeiter aus Oberösterreich und der Steiermark angesiedelt, die gegen eine bestimmte Leistung von Rodungsarbeit je nach Größe (1/4, 1/2 und 1 ganze) "Duckhütten" errichten und mit entsprechendem Grund bewirtschaften durften. Diese sogenannten "Hüttler" bildeten den Kern der damaligen Einwohner.

Die weitere Zeit bestimmte vor allem die Holzgewinnung und die Köhlerei das Leben der Region. Das geschlägerte Holz wurde mittels eigens dafür errichteten Anlagen den Wienfluss hinuntergetriftet, wo es dann vor allem in Wien weiterverarbeitet wurde. 1713/1714 wütete abermals die Pest im Gebiet, und die Einwohner durften den Ort aus Sicherheitsgründen nicht verlassen. Deswegen baten sie um Erlaubnis, eine eigene Kapelle errichten zu dürfen, da der bis dahin wöchentliche Kirchgang nach Purkersdorf nicht möglich war. Der Legende nach trafen sie sich bis dahin immer dazu "beim Pressbaum", einem nie abgeholten für eine Mostpresse bestimmten hinterlegten geschlägerten Baum. 1723 wurde die daraufhin errichtete Kapelle für öffentlich erklärt und 1730 konnte die diese ersetzende erste Kirche eingeweiht werden. Der Durchzug der französischen Armee unter Napoleon, die 1805 den kürzensten Weg durch den Wienerwald über Eichgraben nehmend durch Pressbaum zog und noch einmal 1809, war wiederum einschneidende Erlebnisse für das inzwischen zu einem typischen Wienerwald-Holzfällerdorf angewachsenem Pressbaum. Der Legende nach wurden Josef Schönach und Michael Helm im Tal Pfalzau hingerichtet, wovon das von Prof. Pleban gestaltete und an jener Stelle errichtete "Franzosenkreuz" erzählt, ein weiteres Opfer der Franzosen war der Dorfschullehrer Josef Peschka. Nach der herrschaftlichen Grundaufhebung von 1848 wurde Pressbaum eine selbstständige Gemeinde, die 1850 dem Bezirk Hietzing zugeordnet wurde, damals hatte Pressbaum 358 Häuser.

1850-1873 gehörte die Gemeinde Tullnerbach, die schon ursprünglich zum Teil zu Pressbaum gehört hatte, wieder zu Pressbaum.

1858 erfolgte der Bau der Kaiserin Elisabeth Westbahn (Westbahn) benannt nach der Gemahlin Kaiser Franz Josephs Kaiserin Elisabeth gelangte bei ihren ausgedehnten Wanderungen auch nach Pressbaum, wovon die gefasste Wienflussquelle auf dem Pfalzberg, das "Kaiserbrundl", und ein Trinkglas das im Gasthaus "zur Pfalzau" aufbewahrt wurde, aus dem Kaiserin Elisabeth angeblich Milch getrunken hat, zeugt.

Das Vorbeiführen der Eisenbahn bedeutete für Pressbaum eine radikale Änderung der Dorfstruktur. Innerhalb weniger Jahre wandelte sich das Holzfällerdorf zum Sommerfrischenrefugium der High Society der Wiener Gesellschaft der vorigen Jahrhundertwende. Die damals von den Baumeistern der Palais der Wiener Ringstrasse errichteten Villenbauten prägen auch heute noch Teile der Gemeinde. In dieser Zeit wurden auch die heute das Zentrum bestimmenden Gebäude, die Volksschule (1891 aufgestockt) und die katholische Kirche (1909) errichtet. Die katholische Kirche ist eine der wenigen reinen Jugendstilbauten, die im sakralen Bereich errichtet wurden.

1881 verbrachte Johannes Brahms seine Sommerfrische in Pressbaum / Brentenmais und vollendete hier die Nänie (Op.82) und sein 2. Klavierkonzert (Op. 85). Noch mehr mit Pressbaum verbunden war der Musiker, Operndirektor und Librettist der Strauß Oper "die Fledermaus" Richard Genee´, der in Tullnerbach wohnte, sich aber rege am Gesellschaftsleben in Pressbaum beteiligte, unter anderem im lokalen Gesangsverein, und sogar ein Lied über Pressbaum komponierte.

Auf dem 1897 errichteten Wienerwaldsee, eine Aufstauung des Wienflusses, und des in den ersteren mündenden Wolfsgrabenbaches unternahm der Flugpionier Wilhelm Kress seine Versuche, bei denen er 1901 mit dem von ihm erbauten ersten Flugzeug der Welt mit Benzinmotor verunglückte. 1922 löste sich die Katastralgemeinde Eichgraben von Pressbaum und wurde eine selbständige Gemeinde.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich 1938 wurde der Ort im Gegensatz zum nahen Purkersdorf nicht Wien angeschlossen, sondern dem Landkreis Sankt Pölten zugeteilt.

Der Vernichtungsideologie der Nazis fielen auch gebürtige Pressbaumer zum Opfer, namentlich bekannt sind Artur Blumel und Adolf Spitz mit seiner Gattin, die alle in einem Konzentrationslager ums Leben kamen. Der aus Litauen stammende jüdische Bub Jakob Nemencinkis wiederum, der an einer Hasenscharte litt, wurde vom "Spezialkinderheim Pressbaum" in die Klinik am Spiegelgrund verbracht, wo er unter der unmenschlichen Behandlung starb. Mehr Glück hatte der in Pressbaum wohnende Jude Max Arnold, der nach Wien zum Abtransport beordert wurde, sich aber mit seiner Gemahlin Johanna, Dank der Hilfe einer mutigen Wienerin verstecken konnte, und so überlebte.

1945 rückte die sowjetische Armee im Begriffe Wien einzukesseln vom Südosten nach Pressbaum vor. Die bei den damit verbundenen Gefechten gefallenen sowjetischen Soldaten sind auf einem eigenen Friedhof samt Denkmal neben dem Pressbaumer Friedhof begraben.

1961 erhielt Pressbaum Anschluss an die Westautobahn A1, die 1966 bis Wien fertiggestellt wurde und durch das Pressbaumer Gemeindegebiet führt. Der in der Zwischenkriegszeit als Skiberg (in Pressbaum gab es sogar eine eigene Skiproduktion) beliebte Biharberg wurde dadurch geteilt. Was damals als Zeichen des Fortschrittes und der Technisierung erwünscht war, erweist sich heute als schwer bändigbare Quelle von Lärm und Abgas.

Die Nachkriegszeit brachte für Pressbaum, abgesehen vom Autobahnbau weitere architektonische Neuerungen, über deren Gelingen man wahrscheinlich erst in einigen Jahren urteilen kann. Einige davon, wie das Gemeindeamt oder die Hauptschule wurden inzwischen umgebaut und erneuert bzw. erweitert. Merkbar verändert hat sich jedenfalls das Ortsbild, das heute vom Baustil der 1960 - 70 er Jahre, den allgegenwärtigen Supermärkten sowie mehr und mehr Wohnungsbauten und Reihenhäusern, geprägt ist. 2003 wurde eines der ältesten Häuser Pressbaums, die ehemalige Forstverwaltung abgerissen und an ihrer Stelle ein Supermarkt errichtet. Die Täler des Gemeindegebietes sind heute mehr und mehr besiedelt, wobei sich jeweils Wald und Siedlung direkt berühren.

1964 wurde Pressbaum zur Marktgemeinde erhoben.


 

 

zum Seitenanfang

 

 copyright  Marktgemeinde Pressbaum 2005:: Mailto Webmaster:: Impressum
 

Diese Site wurde mit "Bobby" überprüft und entspricht den Richtlinien der WAI-A Diese Site entspricht den bestehenden HTML 401 Standards ENGLISCH Diese Site entspricht den bestehenden HTML 401 Standards DEUTSCH