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...
ich sehe nicht wie ein Engelchen aus und, glaube mir, ich bin auch
keins.
Ja,
ich bin ein Virus, und was für einer. Ausnahmsweise zeige ich mich dir.
Normalerweise verstecke ich mich natürlich. Denn nur im Verborgenen,
dort wo die Menschen keine Ahnung mehr haben, da kann ich am besten tun,
was Viren tun.
Nein,
ich bin nicht dein Freund.
Aber,
keine Bange! Hier tue ich dir nichts.
Denn,
jetzt und hier ist Klippo!
Ich
will ja mit dir ein wenig schwatzen. Und ich erzähle dir gern die
glorreiche und siegesvolle Geschichte von den Viren. Wenn du möchtest,
dann lausche ehrfürchtig meinen Worten und erblasse vor Staunen ...
Ich
bin ein Programm, nicht einfach nur eine öde langweilige Datei! Ich bin
ein echtes Computerprogramm. Und ich bin eines der gefürchtetsten und
gefährlichsten Computerprogramme überhaupt in der Welt. BUH !!!!
Ich
muss wie jedes andere Programm auch gestartet werden. Wenn ich nicht
gestartet werde, schlafe ich auf deinem Computer und warte auf meine große
Stunde. Da ja keiner mich freiwillig zum Laufen bringt, muss ich etwas
schummeln. Dafür habe ich allerhand Tricks auf Lager, die aber - wenn
überhaupt - nur die Viren-Jäger kennen und der, der mich geschaffen
hat.
Wenn
du auf meine Tricks reingefallen bist und mich dann startest, muss ich
folgende Dinge tun:
1.
Ich muss mich vermehren
Ist
ja logisch. Denn wenn ich mich nicht vermehre, kann ich auch nicht noch
mehr Computer infizieren. Ich bin nämlich nie satt, nie müde und ich
vermehre mich zu gern. Ich vermehre mich, indem ich ausführbare Dateien
suche auf deinem Computer, z.B.: ein Spiel, ein Bildschirmschoner oder
irgendein anderes Programm. Hm, lecker, lecker, lecker ... Das infiziere
ich, indem ich mich da reinkopiere. Oh, das macht mir großen Spaß.
Rufst du dann dieses Programm auf, wird eine Kopie von mir das tun, was
auch ich tue, denn auch das ist dann ein Virus. Einer wie ich, einer von
Millionen. Ich vermehre mich auf deiner Festplatte, in deinem
Arbeitsspeicher und auch auf deinen Disketten. Und manche meiner Brüder
und Schwestern vermehren sich sogar in den Köpfen der einfältigen
Menschen. Sie sind vom Stamme der Hoaxes.
Geh'
daher nieder auf die Knie und lobpreise unsere Namen!
Du
kannst nichts gegen mich tun. Computer ausschalten oder mit den Armen
wedeln wird dir nichts nützen. Nur ein Anti-Virus-Programm könnte
dir jetzt noch helfen. Aber, hast du denn auch eines ;o)
So
werfe dich als dann ganz zu Boden in den Staub und rufe aus:
"Du
bist mein großer Virus! Du bist der Größte!"
Das
ist das, was wir wollen, die Größten sein, die Besten, die Gefährlichsten
...
Gibst
du einem Freund eine Diskette, dann bin ich da drauf und freue mich auf
die Dateien auf seinem Computer. Schickst du ein Programm an einen
Freund über E-Mail, dann sitze ich da drin, und ich gehe mit auf die
Reise zu dem Computer von deinem Freund. Schickt der das dann weiter über
Mail an andere Freunde, Hurra, dann besuche ich auch die Computer all
seiner Freunde.
Ich
bin unsterblich. Werde ich auf einem Computer geschlagen, so lebe ich
weiter auf Millionen anderer Computer. Und du hast mir dabei geholfen,
unsterblich zu sein. Ich wäre ja nichts, ohne die Hilfe der Menschen,
die ich so leicht täuschen kann. Je weniger du weißt, je weniger deine
Freunde wissen, je weniger alle über mich wissen, desto besser für
mich. Und, glaube mir, ich werde immer Jemanden finden, der mit mir
spielen möchte, denn sonst hätte ich doch den langen Weg kreuz und
quer durch die ganze Welt gar nicht erst zu dir geschafft.
Damit
ich mich ordentlich vermehren kann, werde ich deinem Computer natürlich
erst einmal nicht schaden. Sonst funktioniert das ja mit dem Vermehren
nicht.
Ich
kenne aber noch einen Trick und dazu brauche ich eigentlich gar nicht
mehr deine Hilfe. Ich schnappe mir das Programm, das dafür sorgt, dass
du in das Internet gehen kannst. Dann schaue ich auf deinem Rechner, ob
ich E-Mail-Adressen deiner Freunde finde, etwa in deinem Mailprogramm,
in anderen Dateien oder gar in den Webseiten, die du besuchst hast. Dann
schicke ich mich per Mail selbst an all diese Leute. Oh weia, werden die
sauer sein. Denn die denken, dass du das warst, und nicht ich.
Wie
gemein von mir. Ja, ich bin ein großer Virus. Ich lobpreise mich selbst
und erfriere in meinem eigenen Schatten. Ich bin der Gründer einer
neuen Dynastie von Viren.
2.
Wenn ich Lust habe, dann mache ich was kaputt
Viren
wie ich sind gar nicht nett. Wenn ich mich vermehrt habe, und wenn es
all meinen kleinen Kinderlein gelungen ist, in den Dateien zu sitzen und
sich selbst auch zu vermehren, und wenn es gelungen ist, andere Computer
zu erreichen, neue Kolonien zu gründen und mit meinen Nachkommen zu bevölkern,
dann brauche ich dich nicht mehr, und dann brauche ich auch deinen
Computer nicht mehr.
Ich
kann all deine Daten löschen, ich kann deine Spiele kaputt machen. Ich
kann die Texte von deinem Textverarbeitungsprogramm umschreiben ganz wie es
mir gefällt. Hopsala, waren da etwa deine Hausaufgaben drin? Ich
kann deinen Computer so platt machen, dass, wenn du keine Ahnung hast,
den nur noch wegschmeißen kannst. Ich kann ganz viele komische Dinge
tun, die dich ganz schön ärgern werden.
Ich
kann dich sogar ausspionieren, deine Passwörter einsammeln und an
fremde Leute schicken. Oh, das kann teuer werden. Und ich kann deinen
Freunden ganz komische Mails schreiben. Hast du schon eine Freundin?
"Hallo Tina, ich liebe dich." Tina wird sich ganz schön
wundern, wie toll ich Liebesbriefe schrieben kann. Das natürlich in
deinem Namen. Schließlich soll das ja lustig werden. Was? Du kennst gar
keine Tina? Nun, das macht nichts, ich kennen Tausende, die Tina heißen,
irgendwo da im Internet. Ich finde schon eine Tina, die zu dir passt.
Was? Du bist selbst ein Mädchen. Aber, hör mal, das ist doch dein
Problem!
Je
mehr Schaden ich anrichten kann, um so besser. Denn dann komme ich in
die Zeitung und alle haben Angst vor mir, die kleinen und die großen
Leute. Je mehr Schaden ich anrichte, desto berühmter werde ich. Du und
dein Computer sind mir egal. Dann heule doch, wenn er nicht mehr
funktioniert. Ich aber will berühmt werden. Ich möchte der supergefährlichste
Virus der Computergeschichte werden.
Wäre
das nicht schön für mich?
3.
Ich muss aufpassen, dass mich die doofen Virenscanner nicht erkennen können
und fangen.
Hm.
Leider gibt es ein paar Leute, die mögen mich nicht. Blöderweise
kennen die sich etwas zu gut aus mit Computern und sie sind mir dicht
auf den Versen. Auf deinem Computer kann mir ja nichts passieren, denn
du kennst dich nicht so gut aus. Da fühle ich mich wohl und mache viele
kleine Viren-Kinder.
Diese
fiesen Leute haben aber Programme gebaut: Viren-Scanner, oder auch
Anti-Viren-Programme. Das sind Programme, die gemein sind zu solch süßen
kleinen Viren wie mich. Die suchen auf der Festplatte, auf den Disketten
und sogar im Arbeitsspeicher nach mir und meinen Kumpels. Echt blöd.
Wenn die uns erwischen, machen die uns platt und ich kann nicht mehr
lustige Dinge auf deinen Computer machen. Das finde ich ganz und gar
nicht cool. Lasse dich von solchen Leuten bloß nicht überreden, ein
solches böses Anti-Virus-Programm auf deinem Computer zu installieren.
Wie das schon klingt, installieren, Igittigitt.
Du
würdest doch so etwas nicht tun? Oder etwas doch?
Aber,
vielleicht magst du uns Viren ja gern, und lässt uns auf deinem
Computer machen was wir wollen. Vielleicht hast du deshalb kein
Anti-Viren-Programm auf deinem Rechner. Wenn doch, hoffentlich hast du
das nicht angeschaltet. Das wäre sehr nett von dir. Denn
Anti-Viren-Programme, die nicht an, also nicht aktiviert, sind, tun mir
ja auch nichts. Hoffentlich ist das ein uraltes Anti-Viren-Programm,
dann kennt mich das ja gar nicht und dann kann ich entwischen. Das sind
die guten Anti-Viren-Progamme, sie sind so schön unnütz. Und du würdest
dir doch auch kein neues Programm holen? Nein, du nicht! Das ist dir
doch alles viel zu mühsam. Und lesen wirst du ja nicht. Man muss so
viel lesen, um Viren zu fangen. Ein Glück für mich, dass Kinder lieber
spielen als lesen. Hihi.
Oder?
Ließt du etwa Viren-Infos? Nein, das würdest du doch nicht tun.
Du magst mich. Ich habe dich lieb. Komm! Lass uns ein Spiel downloaden
oder einen Bildschirmschoner, irgendwas Albernes ... und dann holen wir
meine Freunde, lauter süße kleine Kuschelviren wie ich einer bin.
Ja,
du magst mich, du tust uns Viren nichts.
Ach
ja, es ist so schön ...
...
dass niemand weiß, dass ich ein Virus bin und dass niemand lesen will,
wie man uns Viren fangen kann. Denn stelle dir das einmal vor... Dann würde
es ja gar keine Viren geben, wenn man uns jagen würde und wenn man uns
nicht auf all die fetten und saftigen Dateien auf den Hundert Millionen
Trillionen Computer lässt.
Gerade
Computer von Kindern mögen wir sehr, denn die wissen ja noch nicht so
viel über uns, die Kinder. Viele wollen es auch nicht wissen, das ist
gut für uns. Und deren Eltern, was wissen die denn schon - Ha ha. Wir mögen
Kinder, besonders die, die erst spielen und dann lesen. Die tun uns nämlich
nichts und helfen uns, dass wir ganz viele Computer platt machen können.
Doch
was passiert, wenn eines Tages all die Kinder uns Viren von ihrem
Computer jagen? Gar nicht auszudenken. Wäre das unser Ende? Das Ende
der Computer-Viren?
Schluchz!
Oh nee, wie doof. Ein Virenschutzverein muss gegründet werden:
Rettet die Viren! Lasst uns spenden und dazu machen wir eine
Internetseite, auf der man ganz viele Spiele downloaden kann.
Aber,
so weit ist es ja noch nicht.
So,
nun schlaf weiter mein Kindchen oder gehe spielen. Kümmere dich nicht
weiter um uns.
Sei
unbesorgt, wir machen das schon.
Ha
- Ha - Ha
Oh
ja, so richtig gemein wollen wir sein.
Dein
Computer-Virus
und alle seine vielen, wirklich vielen, Freunde.
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